Wildkrankheiten & bedenkliche Merkmale

Dieses Nachschlagewerk hilft, Wildkrankheiten und bedenkliche Merkmale einzuordnen – mit einer Eingrenzungs-Hilfe aus Tierart und Beobachtung.

Orientierungsliste für Jäger:innen (Wildbrethygiene, Zoonose-Schutz, Tierseuchen). Bei Verdacht auf eine meldepflichtige Tierseuche besteht eine unverzügliche Meldepflicht beim Veterinäramt. Die Genusstauglichkeit ist im Einzelfall durch eine kundige Person bzw. die amtliche Untersuchung zu beurteilen.

🔍 Krankheit eingrenzen

Tierart wählen und beobachtete Merkmale ankreuzen – passende Wildkrankheiten werden vorgeschlagen. Ersetzt keine fachkundige bzw. amtliche Untersuchung.

Wildkrankheiten

Viruserkrankungen

Tollwut
meldepflichtig auf Mensch auf Hund Seuchengefahr nicht genusstauglich

Viruserkrankung des Nervensystems mit für Mensch und Tier praktisch immer tödlichem Verlauf; in Deutschland heute nur noch bei Fledermäusen. Inkubationszeit 3 Wochen bis 6 Monate.

TierartenFuchs, Rehwild, Dachs, Marder, Hund, Katze, Mensch, Schalenwild
Symptomeverändertes Verhalten/UnruheVerlust der Scheuzutraulich oder angriffslustigvermehrter SpeichelflussSchaum vor dem Äserhängender KieferStimmveränderungFressunlustHautabschürfungenBeißlust (Beißstadium)Lähmungen (Lähmungsstadium)
InfektionswegBiss, Lecken, Wunden oder Schleimhautverletzung durch Speichel eines infizierten Tieres
ÜbertragungSpeichel über Biss, Kratzer und Schleimhäute
MaßnahmenKein Kontakt ohne Schutzhandschuhe; unverzüglich Veterinäramt melden; ganzer Wildkörper der Veterinärbehörde zuführen; intensive Fuchsbejagung, Impfköderaktionen, Hundeimpfung, Sperrbezirke.
Aujeszkysche Krankheit

auch: Pseudowut

auf Hund Seuchengefahr nicht genusstauglich

Meist tödlich verlaufende Viruserkrankung; sehr umweltstabiles Virus. Allgemeine Meldepflicht für Hausschweine, nicht für Schwarzwild. Inkubationszeit 2–6 Tage.

TierartenSchwarzwild, Hausschwein, Fuchs, Hund, Katze, Wiederkäuer
Symptomebeim Schwarzwild oft symptomlosWesensveränderungenstarker JuckreizSpeichelfluss und SchluckbeschwerdenAtembeschwerdenbei Frischlingen schnell tödlich
InfektionswegSekret aus Nasen- und Rachenraum des Schwarzwilds; Aufnahme von infektiösem rohem Fleisch, Gescheide oder Blut
ÜbertragungDirekter Kontakt sowie Verfütterung von rohem Schweinefleisch/Aufbruch an Hund oder Katze; für Hund/Katze immer tödlich
MaßnahmenKeine Behandlung/Impfung; Hund nicht mit rohem Schweinefleisch oder Aufbruch füttern, kein Belecken von erlegtem Schwarzwild; auf Drückjagden zentral aufbrechen und Aufbruch sicher entsorgen.
Klassische/Afrikanische Schweinepest (KSP/ASP)

auch: ESP, KSP, ASP, Schweinepest

meldepflichtig Seuchengefahr nicht genusstauglich

Hochansteckende, für Schweine tödliche Viruserkrankung mit großer Verschleppungsgefahr und hohen wirtschaftlichen Schäden; keine Zoonose. Virus ist sehr umweltresistent. Relevant ist v. a. die ASP.

TierartenSchwarzwild, Hausschwein
SymptomeMüdigkeit, Schwäche, geringe Aktivitäterhöhte Zutraulichkeit, geringe Scheu, tagaktivTiere liegen eng zusammenAbkühlung in GewässernDurstblutige/ebenholzfarbene Lymphknotenpunktförmige Einblutungen der NiereBlutungen einzelner Organe (Milz, Lunge, Blase, Darm)blutige Durchfällevergrößerte Milz
InfektionswegDirekter Kontakt über Blut, Speichel oder Sperma infizierter Tiere
ÜbertragungDirekter Kontakt sowie indirekt über kontaminierte Jagdbekleidung, Messer oder Speiseabfälle; lange Überlebensdauer in der Umwelt und in Fleischprodukten
MaßnahmenIntensive Schwarzwildjagd (Frischlinge/Überläufer), keine Drückjagden; Fallwildmonitoring; Fundstellen absichern und verblenden; unverzüglich Veterinäramt melden; strikte Hygiene (Werkzeuge, Kleidung ≥ 40 °C waschen, desinfizieren).
Maul- und Klauenseuche (MKS)
meldepflichtig auf Mensch Seuchengefahr nicht genusstauglich

Hochansteckende Viruserkrankung der Klauentiere; betrifft v. a. Haustiere, selten Schalenwild.

TierartenHaustiere, Schalenwild
SymptomeBlasen an Klauen, Lecker und ÄserEntzündung der Klauen
InfektionswegDirekter und indirekter Kontakt mit infizierten Tieren bzw. kontaminiertem Material
ÜbertragungSehr hohe Ansteckungsfähigkeit über Kontakt, Sekrete und kontaminierte Gegenstände
MaßnahmenBei Verdacht unverzüglich Veterinäramt melden; Untersuchungsmaterial sichern; Bestandsschutz und Sperrmaßnahmen nach behördlicher Anweisung.
Blauzungenkrankheit
meldepflichtig Seuchengefahr nicht genusstauglich

Durch Stechmücken (Gnitzen) übertragene Viruserkrankung der Wiederkäuer; keine Zoonose.

TierartenWiederkäuer
SymptomeBlaufärbung der Zunge (Sauerstoffmangel)Blasen an Zunge und MaulEntzündung der Maulschleimhäute
InfektionswegStich blutsaugender Stechmücken (Gnitzen)
ÜbertragungÜbertragung über Insekten als Vektor
MaßnahmenBei Verdacht unverzüglich Veterinäramt melden; Bekämpfung nach behördlicher Anweisung.
Epizootische Hämorrhagie der Hirsche (EHD)

auch: Enzootische Hämorrhagie, EHD

meldepflichtig Seuchengefahr nicht genusstauglich

Durch Gnitzen übertragene Viruserkrankung der Geweihträger (z. B. Rotwild).

TierartenGeweihträger, Rotwild
SymptomeBlutungen der inneren Organe
InfektionswegStich blutsaugender Stechmücken (Gnitzen)
ÜbertragungÜbertragung über Insekten als Vektor
MaßnahmenBei Verdacht unverzüglich Veterinäramt melden.
Geflügelpest (Vogelgrippe)

auch: Vogelgrippe, Klassische Geflügelpest, Atypische Geflügelpest

meldepflichtig auf Mensch Seuchengefahr nicht genusstauglich

Hochansteckende Viruserkrankung der Vögel mit Verschleppung über weite Strecken durch Zugvögel; selten Zoonose bei intensivem Kontakt. Erster Hinweis sind oft gehäufte Todesfälle von Wildvögeln.

TierartenVögel, Wasservögel, Greifvögel, Fasan, Rebhuhn, Wildente
SymptomeSchwächeAtmungsstörungenDurchfallneurologische StörungenBlutvergiftungDarm- und LungenentzündungBlutungen in Magen/Darmgehäufte Todesfälle
InfektionswegTröpfcheninfektion über eingeatmete Luft
ÜbertragungÜbertragung von Vogel zu Vogel; Verschleppung durch Zugvögel; auf den Menschen nur bei intensivem Kontakt
MaßnahmenBei Verdacht unverzüglich Veterinäramt melden; verendete Vögel nicht ohne Schutz berühren; Hygiene einhalten.
Myxomatose
Seuchengefahr nicht genusstauglich

Viruserkrankung der Kaninchen mit hoher Sterblichkeit und Verschleppungsgefahr. Inkubationszeit 2–6 Tage.

TierartenWildkaninchen, Feldhase, Hauskaninchen
SymptomeAntriebslosigkeitTiere bleiben dem Bau fernUnterhautschwellungen (v. a. Hodensack und Weidloch)verdickter Kopf (Löwenkopf) und Ohrmuschelnentzündete und verklebte AugenliderTränenfluss und Blindheit
InfektionswegStechinsekten sowie direkter Kontakt
ÜbertragungÜbertragung über Stechinsekten (Vektor) und direkten Kontakt
MaßnahmenIntensive Bejagung erkrankter Stücke.
RHD / Chinaseuche

auch: Rabbit Haemorrhagic Disease, RHD, Chinaseuche

Seuchengefahr nicht genusstauglich

Hochansteckende Viruserkrankung der Wildkaninchen mit sehr hoher Sterblichkeit (5–100 %), tödlich in 12–48 Stunden; führt zu hohen Bestandseinbrüchen. Inkubationszeit 1–3 Tage.

TierartenWildkaninchen, Feldhase
SymptomeWesensveränderungKrampfanfälle mit krampfhaftem Überstrecken des Kopfes (Endstadium)punktförmige EinblutungenOrganschwellungenLeberentzündungplötzliche Todesfälle
InfektionswegDirekter Kontakt sowie indirekt über Stechinsekten oder Gegenstände
ÜbertragungDirekte und indirekte Übertragung; Jungtiere erkranken nicht, sind aber Überträger
MaßnahmenBeseitigung von Fallwild; Bejagung; Verschleppung vermeiden.
European Brown Hare Syndrom (EBHS)

auch: EBHS

Seuchengefahr nicht genusstauglich

Virale Leberentzündung des Feldhasen mit sehr hoher Sterblichkeit (bis 100 %) und hohen Bestandsverlusten; ungefährlich für Mensch und andere Tiere.

TierartenFeldhase, Wildkaninchen
SymptomeSchwäche, ApathieVerlust der ScheuBewegungsstörungen (Lähmung der Hinterhand)Blutungen der inneren Organegeschwollene, hellere Leber
InfektionswegAusscheidung über Sekrete und Exkrete; direkte fäkal-orale Aufnahme
ÜbertragungDirekte fäkal-orale Übertragung sowie indirekt über Wasser und Futter
MaßnahmenBeseitigung von Fallwild; Verschleppung vermeiden.
Staupe
auf Hund

Häufig tödliche Viruserkrankung; betrifft v. a. Jagdhunde, Fuchs, Waschbär und Marderartige. Inkubationszeit 6–8 Tage.

TierartenHund, Fuchs, Waschbär, Marder
SymptomeFieberAtemnot, Husten, NasenflussDurchfall, ErbrechenZuckungen, LähmungHautrötunggeschwollene/gerötete AugenliderStaupegebiss (Zahndefekte)Hartballenkrankheit (verhornte Zehen)
InfektionswegTröpfcheninfektion über alle Sekrete und Exkrete; direkter Kontakt (Belecken) oder infiziertes Futter/Wasser
ÜbertragungDirekter und indirekter Kontakt
MaßnahmenImpfung für Hunde.
Ansteckende Leberentzündung des Hundes

auch: Hepatitis contagiosa canis, Hepatitis

auf Hund

Infektiöse, virusvermittelte Leberentzündung; betrifft v. a. Hunde, insbesondere Junghunde, sowie Füchse.

TierartenHund, Fuchs
SymptomeFieberBauchschmerzenErbrechenblutiger Durchfallgekrümmter Rücken
InfektionswegDirekter oder indirekter Kontakt
ÜbertragungDirekter und indirekter Kontakt
MaßnahmenImpfung für Hunde.
Zwingerhusten
auf Hund

Multifaktorielle Atemwegserkrankung des Hundes (viral, bakteriell, bei Abwehrschwäche). Vorsicht bei Welpenschulen und Tierheimen.

TierartenHund
SymptomeFieberAtemwegsinfektionHusten
InfektionswegTröpfcheninfektion; direkter und indirekter Kontakt
ÜbertragungDirekter und indirekter Kontakt
MaßnahmenImpfung möglich (keine Pflicht).
Parvovirose
auf Hund

Virusinfektion v. a. der Hunde; bei Welpen ist ein schneller Tod möglich.

TierartenHund, Katze, Wolf
SymptomeMattigkeitFieberErbrechenDurchfallHerzbeteiligung mit Todesfolge möglich
InfektionswegDirekter oder indirekter Kontakt
ÜbertragungDirekter und indirekter Kontakt
MaßnahmenImpfung ab 8 Wochen notwendig.
Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

auch: FSME

auf Mensch

Durch Zecken übertragene Viruserkrankung; gefährlich vor allem für den Menschen.

Tierartenalle Tierarten, Haustiere, Mensch
Symptomegrippeartige SymptomeHirnhautentzündung
InfektionswegZeckenstich
ÜbertragungÜbertragung über Zecken als Vektor
MaßnahmenZecken unmittelbar entfernen; FSME-Impfung für Menschen empfohlen.
Hepatitis E
auf Mensch bedingt genusstauglich

Viruserkrankung; beim Schwarzwild meist symptomlos, aber auf den Menschen übertragbar.

TierartenSchwarzwild
Symptomebeim Wild meist symptomlos
InfektionswegAufnahme über unzureichend erhitztes Fleisch/Leber
ÜbertragungÜbertragung auf den Menschen über Fleisch/Innereien
MaßnahmenFleisch ausreichend durchgaren; Hygiene beim Aufbrechen.
Hantavirus

auch: Hantavirose

auf Mensch

Nagetiere (v. a. Rötelmaus) und Ratten sind die natürlichen Wirte; beim Menschen kann eine Hantavirose mit tödlichem Verlauf ausgelöst werden.

TierartenNagetiere, Mensch
SymptomeFieber und grippeähnliche BeschwerdenBauchschmerzen, Durchfall, ErbrechenNierenversagen
InfektionswegDirekter Kontakt sowie indirekt über virusbelasteten Staub oder Ausscheidungen
ÜbertragungÜbertragung auf den Menschen durch Nagetiere und deren Ausscheidungen
MaßnahmenKeine gezielte Behandlung; Hygiene, Hände waschen, Flächen desinfizieren, Mundschutz und Handschuhe bei Reinigung; Ratten und Mäuse fernhalten.

Bakterielle Krankheiten

Tuberkulose
meldepflichtig auf Mensch Seuchengefahr nicht genusstauglich

Bakterielle Erkrankung mit Knotenbildung an Organen; Zoonose mit Seuchengefahr.

TierartenHaustiere, Schalenwild, Rotwild, Schwarzwild
Symptomegelblich-eitrige Knoten an Organen und Lymphknoten
InfektionswegAufnahme über Atemwege oder Nahrung; Kontakt mit infizierten Tieren
ÜbertragungDirekter Kontakt sowie Tröpfchen- und Schmierinfektion
MaßnahmenErkrankte Stücke nicht verwerten; bei Verdacht kundige Person/amtliche Untersuchung einbeziehen.
Brucellose
meldepflichtig auf Mensch nicht genusstauglich

Bakterielle Erkrankung; betrifft v. a. Haustiere, selten Wildtiere; Zoonose und allgemein meldepflichtig.

TierartenHaustiere, Feldhase, Wildkaninchen, Schwarzwild
SymptomeEiterbeulen v. a. der Geschlechtsorgane (Hoden, Gebärmutter)Vergrößerung der Milzgelbe Eiterknoten in der Lunge (chronisch, selten)käsig-nekrotische Herde der Lymphknoten
InfektionswegKontakt mit infiziertem Gewebe, Sekreten und Geschlechtsorganen
ÜbertragungDirekter Kontakt und Schmierinfektion
MaßnahmenBei Verdacht unverzüglich Veterinäramt melden; kein Verzehr; Schutzhandschuhe.
Milzbrand
meldepflichtig auf Mensch Seuchengefahr nicht genusstauglich

Hochgefährliche bakterielle Erkrankung; betrifft v. a. Haustiere; Zoonose mit Seuchengefahr und allgemeiner Meldepflicht.

TierartenHaustiere, Wiederkäuer
SymptomeBlutung der OrganeBlut aus Maul und Nase
InfektionswegAufnahme von Sporen über Nahrung, Wunden oder Atemwege
ÜbertragungÜbertragung über sehr widerstandsfähige Sporen
MaßnahmenBei Verdacht keinesfalls öffnen; unverzüglich Veterinäramt melden; Schutzmaßnahmen strikt einhalten.
Tularämie (Nagerpest)

auch: Nagerpest, Hasenpest

auf Mensch nicht genusstauglich

Bakterielle Erkrankung der Hasenartigen; häufig tödlich mit hohen Bestandsverlusten; gefährliche Zoonose.

TierartenFeldhase, Wildkaninchen
SymptomeEinblutungen innerer OrganeEntzündungen von Lunge, Magen und DarmOrganvergrößerung (Leber, Milz)Abszesse
InfektionswegÄsung, direkter Kontakt; auch über Flöhe und Zecken
ÜbertragungDirekter Kontakt, Aufnahme über Nahrung sowie über blutsaugende Insekten/Zecken
MaßnahmenAbschuss erkrankter Stücke; Beseitigung von Fallwild; Schutzhandschuhe; kein Verzehr.
Pseudotuberkulose (Nagerseuche)

auch: Nagerseuche, Yersiniose

auf Mensch Seuchengefahr nicht genusstauglich

Bakterielle Erkrankung der Hasenartigen; häufig tödlich mit hohen Bestandsverlusten bei Seuchen; Zoonose.

TierartenFeldhase, Wildkaninchen
SymptomeEinblutungen innerer OrganeEntzündungen von Lunge, Magen und DarmOrganvergrößerung (Leber, Milz)Abszessbildung
InfektionswegÄsung, direkter Kontakt
ÜbertragungDirekter Kontakt und Aufnahme über Nahrung
MaßnahmenAbschuss erkrankter Stücke; Beseitigung von Fallwild; kein Verzehr.
Pasteurellose (Hasenseuche)

auch: Hasenseuche

Seuchengefahr nicht genusstauglich

Bakterielle Erkrankung mit Seuchengefahr; betrifft Hase, Wildkaninchen und Schalenwild.

TierartenFeldhase, Wildkaninchen, Schalenwild
SymptomeEinblutungen innerer OrganeOrganentzündungenOrganvergrößerung
InfektionswegÄsung, direkter Kontakt
ÜbertragungDirekter Kontakt und Aufnahme über Nahrung
MaßnahmenAbschuss erkrankter Stücke; Beseitigung von Fallwild.
Staphylokokkose

auch: Eiterkrankheit

auf Mensch nicht genusstauglich

Bakterielle Erkrankung mit Befall einzelner Stücke; fast immer tödlich.

TierartenFeldhase, Wildkaninchen
SymptomeEiterherde unter dem Balg und im KörperTod durch Blutvergiftung
InfektionswegEintritt über Wunden und Insektenstiche
ÜbertragungÜber Wunden und Insektenstiche
MaßnahmenAbschuss befallener Stücke.
Salmonellose
auf Mensch nicht genusstauglich

Bakterielle Magen-Darm-Erkrankung bei Säugetieren und Vögeln; Zoonose.

Tierartenalle Tierarten, Vögel
SymptomeDurchfallMagen-Darm-Entzündung
InfektionswegAufnahme über kontaminierte Nahrung oder Wasser
ÜbertragungSchmierinfektion und fäkal-orale Übertragung
MaßnahmenHygiene; kein Verzehr erkrankter Tiere.
Botulismus (Fleischvergiftung)

auch: Fleischvergiftung

auf Mensch Seuchengefahr nicht genusstauglich

Vergiftung durch das Bakteriengift Botulinumtoxin; betrifft u. a. Wasservögel; Seuchengefahr.

TierartenWasservögel, alle Tierarten
SymptomeLähmungVergiftungserscheinungen durch Botulinumtoxin
InfektionswegAufnahme des Toxins über verdorbenes Material/Wasser
ÜbertragungAufnahme des vorgebildeten Bakteriengifts
MaßnahmenKein Verzehr; Quellen (verendete Tiere, verdorbenes Material) beseitigen.
Borreliose
auf Mensch auf Hund

Durch Zecken übertragene bakterielle Erkrankung; Zoonose.

Tierartenalle Tierarten, Mensch, Hund
Symptomeneurologische Erkrankung
InfektionswegZeckenstich
ÜbertragungÜbertragung über Zecken als Vektor (Ansteckung in der Regel erst 12–24 Stunden nach Einnistung)
MaßnahmenZecken unmittelbar entfernen; Insektenabwehrmittel.
Listeriose
auf Mensch nicht genusstauglich

Bakterielle Erkrankung; betrifft Reh-, Rot-, Dam-, Gamswild u. a.; Zoonose.

TierartenRehwild, Rotwild, Damwild, Gamswild, Hund, Wiederkäuer
SymptomeLeberabszesseLymphknotenschwellung
InfektionswegAufnahme über kontaminierte Nahrung
ÜbertragungSchmierinfektion und fäkal-orale Übertragung
MaßnahmenKein Verzehr erkrankter Tiere; Hygiene.
Rotlauf

auch: Schweinerotlauf

auf Mensch nicht genusstauglich

Bakterielle Erkrankung; betrifft Hausschweine und Schwarzwild; Zoonose.

TierartenSchwarzwild, Hausschwein
SymptomeFieberHautverfärbungenabsterbende Haut
InfektionswegEintritt über Wunden sowie Aufnahme über Nahrung
ÜbertragungDirekter Kontakt und Schmierinfektion
MaßnahmenKein Verzehr erkrankter Tiere; Schutzhandschuhe.
Rauschbrand
meldepflichtig Seuchengefahr nicht genusstauglich

Bakterielle Erkrankung des Schalenwilds mit Seuchengefahr.

TierartenSchalenwild
SymptomeGasbildung unter der Deckeschwarze Muskulatur
InfektionswegAufnahme von Sporen über die Äsung; Eintritt über Wunden
ÜbertragungÜber widerstandsfähige Sporen aus dem Boden
MaßnahmenKein Verzehr; fachgerechte Beseitigung.
Strahlenpilzerkrankung (Aktinomykose)

auch: Aktinomykose, Knochenaktinomykose, Weichteilaktinomykose

genusstauglich

Bakterielle Erkrankung durch Strahlenpilze; keine Übertragung unter Tieren; in der Regel genusstauglich und keine Zoonose. Infektionsweg über die Äsung.

TierartenRehwild, Rotwild, Damwild, Schwarzwild
SymptomeBefall des Unterkiefersschwammartig verdickter KnochenZahnausfallAbszesseKnochenverdickungengroße Knoten des Gesäuges/der Zunge (Weichteilform)Tod durch verhinderte Nahrungsaufnahme
InfektionswegEintritt über kleine Verletzungen im Maul beim Äsen
ÜbertragungKeine Übertragung unter Tieren
MaßnahmenAbschuss erkrankter Stücke; betroffene Stelle entfernen, übriges Wildbret in der Regel verwertbar.
Gamsblindheit

auch: Infektiöse Horn- und Bindehautentzündung

genusstauglich

Infektiöse Horn- und Bindehautentzündung; betrifft v. a. Gamswild, seltener Stein- und Rehwild; in der Regel genusstauglich.

TierartenGamswild, Steinwild, Rehwild
SymptomeRötung, Tränen, Schwellung und Eintrübung der AugenErblindungverminderte Nahrungsaufnahmeerhöhtes Ruhebedürfnis
InfektionswegDirekter Kontakt; indirekt über Fliegen
ÜbertragungDirekter Kontakt und Übertragung über Fliegen
MaßnahmenAbschuss erkrankter Stücke; intensivierte Einzeljagd; keine Beunruhigungsjagden (Abwanderung vermeiden).
Leptospirose

auch: Stuttgarter Hundeseuche

auf Mensch auf Hund

Bakterielle Erkrankung; betrifft v. a. Hunde, Füchse, Mäuse und Ratten; Ansteckungsgefahr für den Menschen.

TierartenHund, Fuchs, Nagetiere
SymptomeMattigkeit, Schwächeaasartiger Geruch aus dem Fang des HundesFressunlust, Durst, HarndrangErbrechen, DurchfallSchwellungen der Organe (Leber, Milz, Niere)Gelbfärbung
InfektionswegAufnahme über verunreinigtes Wasser, beim Trinken oder Schwimmen über Hautabschürfungen
ÜbertragungÜber kontaminiertes Wasser und Ausscheidungen infizierter Tiere
MaßnahmenWasseraufnahme aus schlammigen Teichen verhindern; Impfung für Hunde.
Moderhinke

auch: Schalenkrankheit

Klauenerkrankung v. a. des Muffelwilds, begünstigt durch ungenügende Abnutzung der Schalen auf zu weichen Böden.

TierartenMuffelwild, Rehwild
SymptomeÜberwucherung der Klauenschmerzhaft entzündete KlauenLahmheit
InfektionswegBakterieller Befall begünstigt durch weiche Böden und unzureichende Schalenabnutzung
MaßnahmenAbschuss erkrankter Stücke; Lebensraumbeurteilung.
Ornithose

auch: Papageienkrankheit

auf Mensch nicht genusstauglich

Bakterielle Erkrankung der Vögel; Zoonose.

TierartenVögel
SymptomeMilzvergrößerungLungenentzündung
InfektionswegAufnahme über Atemwege; Kontakt mit infizierten Vögeln und deren Ausscheidungen
ÜbertragungTröpfchen- und Staubinfektion
MaßnahmenKein Verzehr; Schutzmaßnahmen bei Kontakt mit Vögeln.
Geflügelcholera
Seuchengefahr nicht genusstauglich

Bakterielle Erkrankung der Vögel (Hausvögel) mit Seuchengefahr.

TierartenVögel
SymptomeLungenentzündungDurchfall
InfektionswegKontakt mit infizierten Tieren bzw. kontaminiertem Material; auch über Federmilben
ÜbertragungDirekter Kontakt; Übertragung u. a. durch Federmilben
MaßnahmenKein Verzehr; Hygiene.

Parasitosen (Innen- und Außenparasiten)

Trichinose (Trichinen)

auch: Trichinen

auf Mensch bedingt genusstauglich

Durch Trichinen (Würmer) hervorgerufene Erkrankung; Befall der Muskulatur. Übertragung auf den Menschen durch Verzehr von infiziertem Fleisch; amtliche Trichinenschau bei Schwarzwild und Dachs vorgeschrieben.

TierartenSchwarzwild, Fuchs, Dachs, Waschbär
SymptomeDurchfall (Tier)Muskelschmerzen und Lähmungen, steifes Gangbilderschwertes Schluckenbeim Menschen: Fieber, Übelkeit, Durchfall, rheumatische Beschwerden
InfektionswegAufnahme von trichinenhaltigem Fleisch (Muskeltrichinen)
ÜbertragungÜber den Verzehr infizierten rohen/unzureichend erhitzten Fleisches
MaßnahmenVorgeschriebene Trichinenschau abwarten; keine verendeten Füchse auf den Luderplatz; nicht mit trichinösem Fleisch füttern; Larven sterben ab ≥ 72 °C; fachgerechte Beseitigung über Tierkörperbeseitigung.
Räude (Grabmilben)

auch: Räudemilben (Grabmilben)

auf Mensch auf Hund Seuchengefahr nicht genusstauglich

Durch Grabmilben verursachte, stark juckende Hauterkrankung; bei Bauhunden (Fuchsjagd) erhöhte Ansteckungsgefahr.

TierartenFuchs, Dachs, Wolf, Gamswild, Rehwild, Schwarzwild, Hund
SymptomeHaarausfall/fehlendes Fellstruppiges Haarentzündete Haut mit dicken Schwielenstarker Juckreiz/KratzenUnruheVerlust der Scheueingeschränkter Allgemeinzustand
InfektionswegDirekter Kontakt oder indirekt über befallenes Lager
ÜbertragungMilben graben Gänge in der Haut; Übertragung durch Kontakt
MaßnahmenIntensive Bejagung erkrankter Stücke; erlegte Stücke ≥ 50 cm tief vergraben; Beunruhigung vermeiden; Fallwild beseitigen.
Krätze (Haarbalgmilben)

auch: Haarbalgmilben

auf Mensch auf Hund

Durch Haarbalgmilben verursachte, sehr hartnäckige Hauterkrankung; Milben schmarotzen in Haarbälgen und Talgdrüsen. Erhöhte Ansteckungsgefahr für den Menschen.

TierartenHund, Fuchs, Dachs, Rehwild, Schwarzwild
SymptomeHautveränderungenJuckreizHaarausfall
InfektionswegDirekter Kontakt
ÜbertragungÜbertragung durch Kontakt; Befall der Haarbälge und Talgdrüsen
MaßnahmenBekämpfung beim Hund; Kontakt mit befallenen Tieren meiden.
Fuchsbandwurm (Echinokokkose)

auch: Echinococcus multilocularis, fünfgliedriger Fuchsbandwurm, Echinokokkose

auf Mensch auf Hund

Bandwurm mit dem Fuchs als Hauptendwirt; Zwischenwirte sind Kleinsäuger (Mäuse, Bisam). Für den Menschen als Fehlzwischenwirt lebensgefährlich; Eier sehr umweltrobust.

TierartenFuchs, Hund, Katze
Symptomekeine Krankheitszeichen beim FuchsNachweis nur über die Losungbeim Menschen Larvenbefall innerer Organe (Leber)
InfektionswegFuchs infiziert sich über die Aufnahme befallener Kleinsäuger (Zwischenwirte)
ÜbertragungAusscheidung der Eier mit der Fuchslosung; Mensch infiziert sich über kontaminierte Beeren, Pilze oder den Fuchs
MaßnahmenIntensive Fuchsbejagung; Schutzkleidung; Hygiene; bei Fuchs Schutzhandschuhe und Mundschutz.
Hundebandwurm

auch: dreigliedriger Hundebandwurm, Echinococcus granulosus, geränderter Hundebandwurm

auf Mensch auf Hund

Bandwurm mit dem Hund als Hauptendwirt; Zwischenwirte sind Wiederkäuer (Finnenblasen in der Leber). Mensch kann als Zwischenwirt lebensgefährlich erkranken.

TierartenHund, Fuchs, Wolf, Wiederkäuer
SymptomeJuckreiz am After, Belecken und Bodenrutschen (Hund fährt Schlitten)GewichtsverlustDurchfallstumpfes Haarkleidreiskornförmige Gebilde am After/Schlafplatz
InfektionswegHund infiziert sich über das Fressen finnenhaltiger Innereien (Leber, Gescheide)
ÜbertragungAusscheidung der Eier mit dem Kot; Aufnahme der Eier durch Zwischenwirte und den Menschen
MaßnahmenRegelmäßige Wurmkuren beim Hund; gleichzeitig Flöhe bekämpfen; Vorsicht beim Füttern mit Leber, Gehirn und Gescheide; Finnenblasen sicher entfernen.
Bandwurmbefall (Finnen)

auch: Kürbiskernförmiger Bandwurm, Gesägter Bandwurm, Geränderter Bandwurm, Echinokokken

auf Mensch auf Hund bedingt genusstauglich

Wild dient je nach Bandwurmart als Zwischenwirt; im Aufbruch finden sich Finnen bzw. Finnenblasen. In der Regel genusstauglich, solange keine bedenklichen Merkmale vorliegen.

TierartenSchalenwild, Rehwild, Feldhase, Wildkaninchen, Muffelwild, Schwarzwild
SymptomeFinnen bzw. Finnenblasen im Aufbruch (Leber, Muskulatur, Gescheide)
InfektionswegAufnahme von Bandwurmeiern über die Äsung und das Schöpfen
ÜbertragungLarven wandern an artspezifische Orte und bilden Finnen; Endwirt infiziert sich durch Fressen finnenhaltigen Fleisches
MaßnahmenFinnenblasen sicher entfernen (z. B. Verbrennen); kein Verzehr finnenhaltigen Wildbrets ohne ausreichendes Erhitzen; Muskelfinnen dem Amtstierarzt vorlegen.
Leberegelbefall

auch: Großer Leberegel, Kleiner Leberegel

bedingt genusstauglich

Befall mit Saugwürmern (Leberegel); kein bedenkliches Merkmal, Wildbret außer der Leber genusstauglich. Keine Meldepflicht.

TierartenSchalenwild, Rehwild, Rotwild, Feldhase, Wildkaninchen
SymptomeEgel in der LeberBohrlöcher in der Lebergeschwollene/verdickte Gallengänge
InfektionswegAufnahme von Cysten mit der Äsung (über Schnecken als Zwischenwirt)
ÜbertragungEntwicklungszyklus über Zwergschlammschnecken (Großer Egel) bzw. Gehäuseschnecken und Ameisen (Kleiner Egel)
MaßnahmenAbschuss erkrankter Stücke; Zwischenwirte mindern (Biotopverbesserung); Leber fachgerecht beseitigen.
Lungenwurmbefall

auch: Große Lungenwürmer, Kleine Lungenwürmer

bedingt genusstauglich

Häufiger Parasit des Wildes; es gibt Große und Kleine Lungenwürmer. Nicht anzeigepflichtig, genusstauglich nach Entfernen der Lunge.

TierartenRehwild, Rotwild, Damwild, Gamswild, Muffelwild
Symptomeapathisches VerhaltenHustenschleimiger Ausflussbis 9 cm lange Würmer in der Lunge (große)walnussgroße helle Knoten in der Lunge (kleine)Abmagerung
InfektionswegAufnahme der Larven über die Äsung; bei Kleinen Lungenwürmern über Schnecken als Zwischenwirt
ÜbertragungEier/Larven werden ausgehustet und abgeschluckt und mit der Losung ausgeschieden
MaßnahmenLunge entfernen, übriges Wildbret verwertbar; Bestandsbeobachtung.
Magen-Darm-Wurmbefall

auch: Magenwürmer, Darmwürmer

genusstauglich

Befall mit Magen- und Darmwürmern; genusstauglich, keine Anzeigepflicht; verursacht bei Schalenwild hohe Fallwildverluste.

TierartenRehwild, Rotwild, Schwarzwild, Feldhase, Wildkaninchen, Vögel
SymptomeSchädigung der Magen- und DarmwandDurchfall mit verschmiertem Spiegel und Hinterläufenverzögertes Verfärbenreduzierter AllgemeinzustandAbmagerung
InfektionswegAufnahme der Larven über die Äsung
ÜbertragungEiausscheidung mit der Losung; erneute Aufnahme über die Äsung
MaßnahmenBestandsbeobachtung; Lebensraumverbesserung.
Spulwurmbefall

auch: Spulwürmer, Rundwürmer

auf Mensch auf Hund

Rundwürmer mit Wanderung der Larven über Herz und Lunge; beim Schwarzwild an Milkspots der Leber erkennbar. Ansteckungsgefahr für den Menschen.

TierartenHund, Schwarzwild, Waschbär
SymptomeBlutarmut und SchwächeHusten und Nervosität (Lungenbefall)Durchfall, Erbrechen, Abmagerung (Darmbefall)weiße punktförmige Einschlüsse der Leber (Milkspots)
InfektionswegAufnahme der Eier über verunreinigte Nahrung; bei jungen Hunden auch im Mutterleib oder beim Säugen
ÜbertragungAusscheidung der Eier mit dem Kot; erneute orale Aufnahme
MaßnahmenRegelmäßige Wurmkuren; Vorsicht wegen Ansteckungsgefahr für den Menschen.
Setarienbefall

auch: Setarien

bedingt genusstauglich

Rundwürmer der Gattung Setaria; keine Zoonose. Genusstauglich, Leber bei Befall nicht genusstauglich.

TierartenRehwild, Rotwild
Symptomekeine Symptome bei Befall der BauchhöhleBewegungsstörung und verändertes Verhalten bei Befall des Gehirnssichtbare Würmer beim Aufbrechen
InfektionswegÜbertragung über Fliegen als Zwischenwirt
ÜbertragungÜber Fliegen als Vektor
MaßnahmenBefallene Leber/Organe entfernen; übriges Wildbret in der Regel verwertbar.
Kokzidiose

auch: Coccidiose, Kokzidien

nicht genusstauglich

Durch einzellige Kokzidien verursachte Erkrankung von Darm und Leber; kann Hasenbesätze stark dezimieren (v. a. Junghasen). Wildbret nicht genusstauglich.

TierartenFeldhase, Wildkaninchen, Fasan, Rebhuhn, Haustiere
Symptomekotverschmierter Spiegel und Hinterläufe (Durchfall)Abmagerung bei starkem Befallhohe Jungtierverluste
InfektionswegAufnahme von Oocysten beim Äsen oder Schöpfen; hohe Übertragungsraten bei engem Kontakt
ÜbertragungVermehrung im Darm ohne Zwischenwirt; Ausscheidung mit der Losung
MaßnahmenAbschuss erkrankter Stücke; Beseitigung erlegter Stücke.
Toxoplasmose

auch: Toxoplasmen

auf Mensch bedingt genusstauglich

Durch Einzeller verursachte Erkrankung; beim Wild meist symptomlos; Zoonose.

Tierartenalle Tierarten, Vögel, Katze
Symptomemeist symptomlos
InfektionswegAufnahme über kontaminierte Nahrung; rohes/unzureichend erhitztes Fleisch
ÜbertragungEndwirt ist die Katze; Übertragung auf den Menschen über Fleisch und Oozysten
MaßnahmenFleisch ausreichend durchgaren; Hygiene.
Sarkosporidiose

auch: Sarkosporidien

auf Mensch bedingt genusstauglich

Durch einzellige Parasiten verursachte Zystenbildung in der Muskulatur; Befall meist klinisch unauffällig. Beim Menschen als Fehlwirt kann stark befallenes Fleisch eine Intoxikation auslösen.

TierartenRehwild, Wildente, Fuchs, alle Tierarten
Symptomebeim Wild meist symptomlosZysten in der Muskulatur (bei massivem Befall)beim Menschen Erbrechen und Durchfall (selten)
InfektionswegEndwirt nimmt Zysten über kontaminiertes Muskelfleisch auf; Zwischenwirt über Oozysten
ÜbertragungZyklus zwischen Pflanzenfresser (Zwischenwirt) und Fleischfresser (Endwirt, z. B. Fuchs)
MaßnahmenWildbret vollständig durchgaren; stark befallenes Fleisch nicht verzehren und sicher entsorgen.
Babesiose

auch: Hundemalaria

auf Mensch auf Hund

Durch Babesia-Parasiten ausgelöste Infektion der roten Blutkörperchen; v. a. bei Hunden, übertragen durch Zecken. Zoonose.

TierartenHund, Schalenwild, Feldhase, Wildkaninchen
Symptomegeringere AktivitätGelbsucht (Leberschaden)Blässe (Blutarmut)vergrößerte Milz und LymphknotenOrganversagen (Leber/Nieren)
InfektionswegStich infizierter Zecken
ÜbertragungÜbertragung über Zecken als Vektor
MaßnahmenBei Wildtieren Abschuss erkrankter Stücke und fachgerechte Beseitigung; bei Hunden regelmäßige Zeckenkontrolle und -prophylaxe.
Dasselbefall (Hautdasseln)

auch: Hautdassellarven, Dasselfliegenlarven

bedingt genusstauglich

Larven der Dasselfliege unter der Haut; genusstauglich nach Entfernung betroffener Teile. Beeinträchtigung nur bei starkem Befall.

TierartenRotwild, Rehwild, Gamswild, Steinwild, Muffelwild
Symptomegekrümmter RückenJuckreiz mit flächigen Hautabschürfungenbeulenartige SchwellungenLarven unter der Haut (v. a. Rückenbereich)
InfektionswegEiablage der Dasselfliege an Flanken und Hinterläufen; Larven bohren sich in die Haut
ÜbertragungLarven überwintern unter der Haut und verlassen den Wirt im Frühjahr
MaßnahmenBetroffene Teile entfernen; übriges Wildbret verwertbar.
Rachenbremsenbefall (Rachendasseln)

auch: Rachenbremsenlarven, Rachendasselfliegenlarven

genusstauglich

Larven der Rachenbremse im Rachenraum; genusstauglich.

TierartenRotwild, Damwild, Rehwild
SymptomeNiesen, Husten und Kopfschleudern (v. a. im Frühjahr)eingeschränkte AtmungLarven im Rachenraum
InfektionswegRachenbremse setzt Larven im Windfang des Wildes ab
ÜbertragungLarven überwintern im Rachenraum, werden im Frühjahr ausgehustet und verpuppen sich am Boden
MaßnahmenIn der Regel keine Maßnahmen erforderlich.
Flöhe
auf Hund

Blutsaugende Außenparasiten, die lange ohne Wirt überleben und häufig auf Tieren mit Bauen/Nestern leben. Bedeutsam als Krankheitsüberträger und Zwischenwirt von Bandwürmern.

TierartenFeldhase, Wildkaninchen, Fuchs, Dachs, Hund, Fasan, Rebhuhn
SymptomeJuckreiz mit Kratzenallergische Hautreaktion (Flohdermatitis)
InfektionswegSpringen von Tier zu Tier
ÜbertragungÜbertragung von Tularämie, Staphylokokkose und Myxomatose; Zwischenwirt des kürbiskernförmigen Bandwurms
MaßnahmenKontaktinsektizide für Hunde (Puder, Spray, Shampoo, Flohhalsbänder); Reinigung und Desinfektion von Hundelager, -zwinger und -hütte.
Läuse und Haarlinge

auch: Echte Läuse, Haarlinge, Federlinge

auf Hund

Außenparasiten, die nur wenige Tage ohne Wirt überleben; ausgeprägter Befall v. a. bei schwachen Stücken. Haarlinge sind Zwischenwirt des kürbiskernförmigen Bandwurms.

Tierartenalle Tierarten, Hund, Vögel
SymptomeJuckreizBefall des Haar- bzw. FederkleidesNissen in der Schwarte
InfektionswegDirekter Kontakt
ÜbertragungÜbertragung durch direkten Kontakt; Haarlinge als Zwischenwirt des Bandwurms
MaßnahmenBefall als Hinweis auf geschwächte Konstitution beachten; Behandlung beim Hund.
Lausfliegen

auch: Hirschlausfliege

Blutsaugende Außenparasiten, die v. a. Rot- und Rehwild befallen; krallen sich fest und werfen die Flügel ab (flügellose Überwinterung auf dem Wirt).

TierartenRotwild, Rehwild, Schalenwild, Vögel
SymptomeBlutsaugen am WirtBeunruhigung des Wildes
InfektionswegGeschlechtsreife Lausfliegen fliegen Wirtstiere an
ÜbertragungLarven verpuppen sich im Boden; Puppen schlüpfen im Oktober/November und suchen erneut Wirte
MaßnahmenKeine speziellen Maßnahmen; Befall beobachten.
Zeckenbefall

auch: Gemeiner Holzbock

auf Mensch auf Hund genusstauglich

Blutsaugende Außenparasiten (Milben); häufigste Art ist der Gemeine Holzbock. Bedeutsam als Überträger von FSME, Borreliose, Tularämie und Babesiose. Wildbret befallenen Wilds ist genusstauglich.

Tierartenalle Tierarten, Rehwild, Mensch, Hund
SymptomeJuckreizHautrötung
InfektionswegAbstreifen von Gräsern (bis max. 1 m Höhe) auf geeignete Wirte
ÜbertragungKrankheitsübertragung beim Biss, in der Regel erst 12–24 Stunden nach Einnistung
MaßnahmenZecken unmittelbar mit Spitzpinzette oder Zeckenzange entfernen; FSME-Impfung für Menschen; Insektenabwehrmittel und abwehrende Halsbänder für Hunde.

Prionenerkrankungen

Transmissible spongiforme Enzephalopathie (TSE)

auch: BSE (beim Rind), Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (beim Menschen)

meldepflichtig auf Mensch nicht genusstauglich

Durch Prionen (fehlgefaltete Eiweiße) ausgelöste, im Gehirn ablagernde Erkrankung mit neurologischen Störungen, der Tollwut ähnlich.

Tierartenalle Tierarten, Wiederkäuer, Mensch
Symptomeneurologische StörungVerhalten ähnlich der Tollwut
InfektionswegAufnahme von Prionen über die Äsung/Nahrung
ÜbertragungÜbertragung über prionenhaltiges Material
MaßnahmenBei Verdacht unverzüglich Veterinäramt melden; kein Verzehr; fachgerechte Beseitigung.

Körperkrankheiten / Sonstiges

Kreuzlähme (Schleuderkrankheit)

auch: Schleuderkrankheit

Erkrankung mit ungeklärter, möglicherweise infektiöser Ursache; betrifft Rot- und Muffelwild.

TierartenRotwild, Muffelwild
Symptomevom Rückenmark ausgehende Schwäche der Hinterhand
MaßnahmenAbschuss erkrankter Stücke.
Verletzung / Knochenbruch
bedingt genusstauglich

Äußere Wildkrankheit durch Verletzungen, z. B. nach Straßenverkehr, Landwirtschaftsmaschinen (Mahd) oder Schussverletzungen.

Tierartenalle Tierarten
SymptomeFrakturenSchwellungenLahmheit
MaßnahmenTierschutzgerechtes Handeln; Beurteilung der Genusstauglichkeit im Einzelfall.
Abmagerung / schlechter Allgemeinzustand

Hinweis auf eine geschwächte Konstitution bzw. Grunderkrankung; erhöht die Anfälligkeit für Parasiten und Infektionen.

Tierartenalle Tierarten
Symptomestarker Gewichtsverluststruppiges Haarkleideingeschränkter Allgemeinzustand
MaßnahmenUrsache abklären; bei bedenklichen Merkmalen kundige Person/amtliche Untersuchung einbeziehen.

Bedenkliche Merkmale

Anhaltspunkte zur Beurteilung von Wildbret im Rahmen der Wildbrethygiene. Orientierungsliste; im Zweifel ist eine kundige Person bzw. amtliche Untersuchung hinzuzuziehen.

Vor dem Schuss – Verhalten
  • Verlust der Scheu vor Menschen
  • Zusammenbrechen ohne äußere Verletzung
  • Fehlendes oder abnormes Fluchtverhalten
  • Unkoordinierte Bewegungen
  • Abnormale Lautäußerungen (z. B. Husten)
Vor dem Schuss – Zustand
  • Schlechter Ernährungszustand (abgekommen/abgemagert)
  • Glanzloses, stumpfes Fell
  • Verschmutzter Spiegel (Durchfall)
  • Schonen eines Laufes
  • Schlechter Zustand des Haar- bzw. Federkleides
Nach dem Schuss – Allgemein
  • Fallwild
  • Unsauberer Schuss (z. B. Waidwundschuss)
  • Lange Zeit bis zur Versorgung des Stücks
  • Alte Schusswunde
Äußere Merkmale
  • Kotverschmierte Hinterläufe (Durchfall)
  • Verklebte Augenlider
  • Verändertes Gefieder
  • Geschwülste, Abszesse, Wucherungen
  • Verhitzter, aufgetriebener Wildkörper
  • Offene Knochenbrüche / Gelenkschwellungen
  • Ekelerregender Geruch
  • Brunft-/Rauschegeruch (z. B. Keiler, Hirsch)
  • Muskelschwund
Innere Merkmale
  • Geschwülste/Abszesse in der Muskulatur
  • Entzündung von Organen (z. B. Herz)
  • Schwellungen (z. B. Hoden)
  • Knotige Durchsetzung (z. B. der Leber)
  • Wuchernde Veränderung
  • Verfärbungen
  • Verklebungen
  • Fremder Inhalt in Körperhöhlen
  • Auffälliger Geruch
  • Muskulatur abweichend in Farbe/Konsistenz/Geruch
  • Gasbildung des Darms mit Verfärbung der Organe